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Philosophie und Geschichte des Yoga

„Das Wort Yoga kommt vom indogermanischen Yuj“, sagt Manuela. Yuj bedeutet „anbinden“, wie man etwa Pferde vor einen Wagen spannt. Im übertragenen Sinn heisst es verbinden und beherrschen. Yoga bedeutet also Verbinden. Yoga soll die Einheit von Körper, Geist und Seele ermöglichen. Obwohl sich die Inhalte des Yoga mit den Jahren stark verändert haben, ist dieses Ziel bis zum heutigen Tag immer gleich geblieben.

Bei uns im Westen wird häufig der Hatha Yoga praktiziert. Hatha heisst Kraft und weist auf die körperliche Ertüchtigung hin, die im Vordergrund steht, anders als bei den spirituell ausgerichteten Yogaformen. Hatha Yoga besteht aus Atemübungen (Pranayama), Körperübungen (Asanas) und geistigen Übungen. Der Hatha Yoga zeigt sich, vor allem im Westen, in verschiedenen Stilen, zum Beispiel Vinyasa Yoga , Yin Yoga und Bikram Yoga.

Neben den körperlichen gibt es eher geistig ausgerichtete Yoga-Praktiken. Wer interessiert ist, kann von den Körperübungen aus weiter gehen. „Durch die Handlung des Hatha Yoga erlangen wir die Erkenntnis“, sagt Manuela, „und durch die Erkenntnis öffnet sich uns die Hingabe, die uns hilft dran zu bleiben, weiterzumachen und gern zu haben, was wir tun.“ Durch Übung werde man zum Ziel herangeführt, erklärt die Yogalehrerin. „Im Yoga ist man immer auf einem Weg.“

Die ersten Spuren, die der Yoga nach jetzigem Kenntnisstand in der Geschichte der Menschheit hinterlassen hat, liegen etwa 3500 Jahre zurück. Zu dieser Zeit, also 1500 vor unserer Zeitrechnung, wird zum ersten Mal in den alten indischen Weisheitstexten, den Veda, die Existenz von weisen, heiligen Männern bezeugt, von denen es heisst, dass sie meditierten und die Atemübungen machten, die als Vorformen unserer heutigen Yogapraxis angesehen werden können.

Der heute so populäre Hatha-Yoga ist der jüngste der grossen Yoga-Wege. Er entstand vor dem Hintergrund des Tantrismus ab dem 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung und erreichte seine volle Blüte um das 10. Jahrhundert. In den folgenden Jahrhunderten wurden seine Methoden immer feiner ausgeformt, wobei neben brauchbaren und heilsamen Wegen auch manche Irrwege beschritten wurden.

Es war das grosse Interesse der Menschen in den westlichen Ländern, die den Yoga auch in seinem Ursprungsland wieder richtig zum Leben erweckte und dazu führte, dass er sich erneuerte. Gleichzeitig begann die Forschung, sich intensiv mit seinen Quellen und Hintergründen zu beschäftigen. Der Yoga durchlief im Laufe der Zeit viele Anpassungsprozesse und hat sich so allmählich zu der Form entwickelt, die im frühen 20. Jahrhundert in den Westen kam.

Bereits im 19. Jahrhundert fand der Yoga Beachtung unter den Indologen und Philosophen Deutschlands. Die Theosophen begannen als erste, sich methodisch mit dem Yoga auseinanderzusetzen. Sie studierten die klassischen Texte und suchten Kontakt zu Yogameistern. Der wesentlichste Impuls für das Bekanntwerden des Yoga im Westen war jedoch der Vortrag, den Vivekananda 1893 auf dem „Weltparlament der Religionen“ in Chicago hielt. Als Schüler Ramakrishnas verfolgte Vivekananda eine Mission, die zur Gründung zahlreicher Zweigstellen der „Vedanta Society“ führte, von denen aus indisches Gedankengut fortan systematisch verbreitet wurde und auf grosse Beachtung und Begeisterung stiess.

Ab den achtziger Jahren wurde der Yoga in Europa professionalisiert. Es hat sich ein wachsendes Angebot an Yoga-Lehrausbildungen und professionellen Weiterbildungen entwickelt, das dazu beitrug, die Qualität der Yoga-Kurse ständig zu verbessern. In Basel war es Peter Oswald, der im Jahr 1960 die erste Yogaschule gründete. Er darf als Yoga-Pionier in Europa bezeichnet werden.

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